Satori im Kleinen

Es gibt Augenblicke, die niemals vergehen sollten. In diesen genussvollen Atemzügen geistiger wie körperlicher Freuden geht man vollkommen im Moment auf. Sie sind wie ein Satori im Kleinen und erleuchten auf ihre Weise.

Momente für die Ewigkeit

Glück im Augenblick finden

Satori in den Wolken

Sie können durch Trance und Ekstase entstehen, vielleicht nach stundenlangem Tanz.
Sie können eine körperliche wie spirituelle Verschmelzung mit einem geliebten Menschen als Ursache haben.
Auch besondere Erfolge, vielleicht sportlich oder geschäftlich, erzeugen für ganz wundervolle Augenblicke ein Hochgefühl.
Oder wenn man realisiert, dass sich ein lang ersehnter Wunsch erfüllt.
Ebenso ist das Helfen und Spenden ein Grund für Glücksmomente.

Manchmal dauern sie länger an, manchmal gehen diese außerordentlichen Zeiträume wieder ganz schnell vorbei. Was auf jeden Fall bleibt, ist die Erinnerung an etwas Wundervolles, das man in ähnlicher Form wiedererleben möchte. Es entsteht ein Ort, der vielleicht zu einem Mythos wird und der wieder entdeckt werden möchte.

Satori im Kleinen erleben

Im Zen strebt man danach, einen ganz besonderen Augenblick zu erreichen, das sogenannte “Satori”. Dieser Begriff beschreibt einen Zustand, in dem der Mensch die Einengung durch strukturierende Gedanken und Bezeichnungen überwindet. Das Bewusstsein verliert die Bindung zur Zeit und zur eigenen Person und bewegt sich im Bereich des Transzendentalen.
Das Satori wird als der reine und natürliche Seinszustand betrachtet. Er lässt sich durch Meditation und Versenkung finden.

In extrem genussvollen oder anderweitig wunderbaren Augenblicken erreicht der Mensch womöglich auch eine Art Satori. Sicherlich kann man diese Zustände auch weniger spektakulär umschreiben. Der Satorivergleich soll aber die mystische oder religiöse Dimension dieser Momente betonen. Ob es nun exakt jener Zustand ist, den zenbuddhistische Lehrbücher per Definition als Satori betrachten, spielt hier mal keine Rolle. Auch nicht, ob man sich nun eine zusätzliche Meisterkerbe in den Judogürtel gravieren darf. Viel entscheidender ist das Verweilen im Augenblick, in einem außeralltäglichen Zustand, in dem es über einen mehr oder weniger langen Zeitraum nichts gibt als das Sein.

Glück im Augenblick

Der glückliche Augenblick kann durch Askese und karitativem Engagement entstehen, oder auch, was wohl meist der Fall sein dürfte, durch egoistische wie hedonistische Genüsse. Dieses außerordentliche Sein ist frei von moralischen Einordnungen und wissenschaftlichen Kategorien, wenngleich man Kategorisierungen und Worte nutzt, um es zu beschreiben. Und der Zustand ist auch im alltäglichen Leben eine unterbewusste Motivation, Dinge zu tun oder zu unterlassen, nach etwas zu streben oder sich etwas zu wünschen.

Es gibt viele Wege, einen Zustand zu erreichen, der vielleicht als eine Art Satori betrachtet werden kann, in dem man losgelöst von intellektuellen Einordnungen einfach nur existiert und glücklich ist. Sie können bewusst gewählt oder auch ihrer selbst wegen beschritten werden, einfach weil man sich gerne auf ihnen die Beine vertritt. Vielleicht ist Letzteres sogar die sicherste Art, irgendwann das Transzendentale zu erreichen.

This entry was posted in Bewusstsein and tagged , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.